Bernd Stickelmann: Sagen die Landvermesser

 

Mit dem Gedichtband „sagen Landvermesser“ will sein Verfasser über das Alltägliche einen „Bogen zu dem Imaginären, zu erfundenen oder surrealen Realitäten“ spannen. Wir finden uns in der Bilderwelt des modernen Massendaseins wieder. Alles ist fast unspektakulär wiederzuer- kennen, und dann doch wiederum nicht. Jeder der vor uns liegenden Gedichte, Prosa-Skizzen zeigt uns auch ein Stück aufgebrochener Realität, wie in abgerissenen Wandfetzen der Bilder von Nicolaus Werner sitzend. Es sind keine Frankfurter Spaziergänge, dieser Anspruch aufs „Konkrete“ wäre dem Autor vielleicht schon zu abstrakt, aber man spürt hier durchaus den ‚Flaneur‘ in einer Weltstadt mit ihrer spezifischen Art der Versammlung von Glitzerdingen und Towers von den in Massen hier ange- häuften Dingen und auftreffenden „ICH“s, denen alles erst in der Sprache erscheint, im Versuch sie zu benennen, kommen sie zum Aufbruch. Die Dinge scheinen sich dem Wort zu widerstreben oder umgekehrt. Es ist nicht die Bildsprache, sondern die schon gesetzte Sprache der Bilder. In der Wieder-Benennung der Dinge entsteht das Zauberwort, das zugleich erst die Fetische erschließt, mit denen wir im Alltag leben, im Drinnen, wie im Draußen.

Im Hintergrund des ‚Flaneurs‘ spürt man oft genug den der vielleicht urbane Strände zu erobern gedachte Aufbruch gegen die neuen Betonkolosse, und der doch jetzt staunend unter ihnen herläuft, und im Bluff blühender Körper und Landschaften sprachliche Resistenzen entdeckt. Kann es eine Ästhetik als das bleibende Moment der „Revolution“ metaphorischer Weltgestaltung geben? Man kann das zynisch und man kann das ganz im Ernst meinen. Leichter nimmt es Bernd Stickelmann und sagt es doch im Extrem seiner „westwärts“-blickenden Stücke ganz vermittelt:

„... Fliegen die auf der Wurst sitzen auf den Lippen haben mitten im Satz den Geschmack von Kleinigkeiten auf der Zunge zergehen lassen während Fliegen auf der Wurst liegen und sich im Winde wiegen und liegen und wiegen und liegen und auf Worte warten die auf windschiefen Worten wie Sein und Dasein wiegen und Worte wie die Fliegen die Wurst ...“

Stickelmann erlebt das „Fremde“ auch hier, er erwandert sich die Wirkung der Ferne im Präsenten, gewissermaßen noch in der Form der exotischen Bedrohung. Es fallen „Karawanen in Bauplätze ein“, „Gold- rausch“, „alle Laute fallen in das Echo abgesoffener Kreuzfahrten“, „Fische die über Dächer schwimmen“ und das Bedrohliche „Gehen wir doch nach Babylon ...“

Der Vantage Point World-Verlag wurde im Februar 2012 gegründet. Unser Interesse gilt den aktuellen und den historischen Formen des Zugangs zur Welt: Reisen, Kunst und Kultur. „Common Ground“ - das von Gemeinsamkeiten und Differenz geprägte Terrain, das als ästhetische, als individuelle und als politische Bewusstseinserwei-terung erfahren wird: weltoffen und grenzüberschreitend.

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